Fest

Liebes Publikum,
das uns wieder einmal – oder auch
zum ersten Mal – Gehör schenkt!


Beim heurigen Klassik Musikfest Mühlviertel widmet sich Intendant Clemens Zeilinger mit seinen musikalischen Mitstreitern dem Thema  „Abschied“

Abschied kann als musikalischer Inhalt eines Werkes verstanden werden, wie bei der gleichnamigen Klavier-Sonate von Beethoven „Les Adieux“ oder im „Capriccio über die Abreise eines geliebten Freundes“ von J.S.Bach.
Abschied kann auch den Abschied eines Künstlers von der Bühne bedeuten – wie bei Beethovens „Erzherzog-Trio“, das das letzte von Beethoven selbst am Klavier öffentlich aufgeführte Werk war.

Abschied kann auch Tod bedeuten, so erklingt das letzte vollendete Werk Peter Barcabas, bereits zum Großteil im Spital vollendet kurz vor seinem Tod – einem Tod, dem er mit optimistischer schöpferischer Kraft entgegentrat.

Abschied kann das Ende der Zeit bedeuten – ein Verglühen in der Ewigkeit oder im Nichts wie bei Messiaens Finale im „Quartett vom Ende der Zeiten“.
Abschied kann im berühmten „Liebes-Leid“ von Fritz Kreisler mitschwingen. In Liedern diverser Tonschöpfer von Brahms über Korngold wird auch die Sopranistin Claudia Goebl diesem Thema nachspüren … aber:

Keine Angst – neben den Meistern der Melancholie wie Schubert, Chopin oder Brahms bei denen Freud und Leid in stetigem Wechselspiel wundervollste musikalische Lebenskosmen der Melancholie bis zur Euphorie schaffen – wird dieses Festival auch mit Entschiedenheit gegen zu große Abschieds-Depression wirken:

Beethovens „Lebewohl“- Sonate endet ja schließlich nicht trauernd sondern mit dem Finale, das ein stürmisches Wiedersehen in Tönen ausmalt.
Und Gustav Mahler, eigentlich eine Art „Weltmeister“ von Weltschmerz und Melancholie, wird das Festival mit seiner sicherlich lichtesten und leichtfüßigsten Symphonie freudig fulminant beenden.

Von Herzen wird es kommen, zu Herzen möge es gehen.

Ihr/Euer Clemens Zeilinger

Intendant – www.clemenszeilinger.com

Foto: Rafael Hintersteiner