Fest

Sehr geehrte Musikfreunde
Liebes Publikum!


„Kontraste“

Kontraste beleben unser Dasein. Ohne Kontraste wäre die Wahrnehmung unserer Umwelt um vieles ärmer. Wir Musizierende beim 11. Klassikfest in Oberneukirchen wollen Kontrasten aller Arten musikalisch nachspüren, aber auch Kontraste musikalisch erzeugen. Es liegt daher heuer im Wesen des vorangestellten Mottos, dass ein abwechslungsreiches Programm vor uns liegt.

In Zeiten von „MeToo“ wollen wir am Puls der Zeit sein, so wird – wie gerade fast überall in der westlichen Welt – das Rollenbild der Frau auch bei uns beleuchtet. Der erste Abend – mit „Lady is First“ betitelt, bringt Werke von grandiosen Komponistinnen einerseits und erzählt von ihren stark von den männlichen „Gegen-Übern“ kontrastierenden Biographien. Andererseits beleuchten quer durch die Musikgeschichte „bunt verstreute“ Lieder die verschiedenen, dabei natürlich auch extrem kontrastierenden Rollen-Bilder der Frauen.

Der Freitag bringt dann mit Matthias Bartolomey und Claudia Goebl nicht nur zwei prominente Debüts bei unserem Festival, wir spüren hier dem Kontinent Europa in allen vier Himmelsrichtungen in seinen kontrastierenden „seelisch-musikalischen“ Ausprägungen nach. Cello, Gesang und Klavier auf der Reise quer durch die europäische Seele.

Am Samstag: die KONTRASTE von Bela Bartok –also quasi der „Namensgeber“ unseres heurigen Festivals. Umrahmt wird dieses fulminante Opus von abwechslungsreichen Werken in verschiedenen Besetzungen. Die Charaktere der Komponisten Beethoven, Milhaud, Brahms und eben Bartok sind dabei so verschieden , dass sich mit den erstmals in Oberneukirchen aufspielenden Annelie Gahl (Violine) und Bernhard Zachhuber (Klarinette) sowie Franz Ortner und Clemens Zeilinger ein bunt schillernder Abend ergibt – zwischen Besinnlichkeit und verrückter Virtuosität kontrastreich oszillierend.

Der Sonntag schließlich gehört dem Orchestralen. Das Klavier erfüllt dabei „ganz diametral kontrastierende Funktionen“ in ein und demselben Konzert: So zeigt es sich zum einen als Begleitinstrument, ein Orchester ersetzend und imitierend, bei Debussys farbenreicher Rhapsodie für Klarinette und Orchester. Dann aber führt uns der hochbegabte junge oberösterreichische Pianist Sebastian Galli in die hohe Solisten-Virtuosität der Chopinschen Klavier-Welt ein. Das berühmte Klavierkonzert in e-Moll von Chopin, begleitet von einem Streich-Quintett, das hier den Orchesterpart als kammermusikalisch aufgewerteter, durchsichtiger Klangkörper übernimmt.

Hoffentlich ist für viele, die uns bereits in den vergangen Jahren besucht haben, wieder „etwas dabei“. Musikalische Schmankerl in verschiedensten „Geschmacks-Richtungen“ sollten musikalische Gourmets auf jeden Fall bereichern können. Für „frisches Blut“ beim heurigen Festival ist durch einige Musiker-Debüts, die sich vor und für uns erstmals im Schnopfhagen-Stadl präsentieren, gesorgt.

Es wird jedenfalls wieder von Herzen kommen,
möge es auch wieder zu Herzen gehen.

Euer Clemens Zeilinger

Intendant – www.clemenszeilinger.com

Intendant Clemens Zeilinger
Foto: Reinhard Winkler